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ebby 2026-09-25 15:56:37 +02:00
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"vergenusswurzeln"
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title: Spanien
subtitle: ¡Nos encanta España!
description: Beschreibung
image:
path: titelbild_spanien.jpg
alt: Chiara und Tim mit strahlenden Gesichter. Es ist wieder warm!
author: Tim
date: 2026-09-25
slug: bootssuche-spanien
time2read: 0
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import SingleImage from '../../components/blog/SingleImage.astro'
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England war...wie England nun mal ist. Die Städte sind nicht meins und wohnen würde ich da sehr ungern. In dörflichen Regionen har das alles seinen Charme. Gepresst und zubetoniert macht es mich traurig. Umso besser, dass dieses Gefühl dabei ist sich um 180° zu drehen :)
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## Zurück im warmen
11 Uhr. Wir steigen aus dem Flieger. Es ist nicht nur heiß. Es ist verdammt heiß. Wir lieben es. Sofort entledigen wir uns der Jacken, die wir immer im Flugzeug tragen, um das Gepäck zu entlasten. Aus dem Flieger haben wir kurz zuvor das Mar Plástico bewundert. Riesige weiße Flächen außerhalb von Almería. Es sind ganz viele Gewächshäuser bestehend aus Plastik Planen. Hier kommt das spanische Obst und Gemüse her, dass dann in unseren Supermärkten landet. Vielleicht wundert ihr euch warum man bei 24/7 strahlendem Sonnenschein Gewächshäuser braucht. Meine Vermutung: Gerade deswegen. Die Sonne ist zu Intensiv und die Landschaft zu trocken. Die weißen Planen nehmen der Sonne etwas Intensität und sorgen dafür, dass die Luftfeuchte drin bleibt.
All das geht mir durch den Kopf während wir auf den Bus warten. Der Blick auf die Palmen hat etwas beruhigendes. Auch die Fahrt mit dem Bus ist fröhlicher als in England. Almería ist voller Menschen. Echter Menschen, kaum Touristen zu sehen.
Auf der Suche nach einer Essensmöglichkeit schlängeln wir uns Richtung Hafen. Hier finden wir ein süßes kleines Restaurant und vergenusswurzeln kleine Brote mit Tomate und Avocado. Hier bietet sich die erste Gelegenheit unsere Spanischkenntnisse auszupacken. Das läuft am Anfang etwas rumpelig, klappt aber doch ganz gut, als wir klarstellen etwas Spanisch zu sprechen. Un poco. Die Kellnerin hatte nach Englisch gefragt, wir tun aber so als könnten wir das nicht. Sonst wird nur noch das Gesprochen.
Nach einer weiteren Stunde im nahegelegenen Park (da schrieb ich den letzten Artikel ;) ) ist es endlich CheckIn Zeit. Das Self-CheckIn Hotel besteht aus einem sehr kleinen Zimmer, gemeinsamen Küche und zwei Bädern. Sehr neu und sauber. Eine Küche braucht meiner Meinung nach zwar mehr als einen Topf und eine Pfanne, aber nun gut. Solange die anderen vier Zimmer keine dreigang Menüs kreieren reicht das als Provisorium.
Schnell noch etwas zu Essen besorgen und dann ab ins Bett. Reisen macht müde. Morgen müssen wir fit sein. Da wollen wir Almería in seiner ganzen Pracht bewundern.
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## Almería
Da die Besichtigung des Bootes erst zwei Tage nach unserer Ankunft terminiert ist, wollen wir den "freien" Tag fürs kennenlernen von Almería nutzen. Um der mittäglichen Hitze zu entgehen, die wir am Vortag kennengelernt haben machen wir uns ganz früh auf den Weg. Die Stadt liegt noch ganz still da und die Umgebenden Berge sind in einen nebligen Schleier gehüllt.
Wir drehen eine große Runde zur örtlichen Stierkampfarena. Augenscheinlich wird sie vor allem für Konzerte genutzt. Wir erhaschen einen kleinen Blick während des Aufbaus.
Dann geht es hoch hinaus, zum Cerro San Cristóbal. Lange Treppen schlängeln sich zu einem Monument mit einer Jesus-Statur. Der Blick von hier oben ist fantastisch. Gleich daneben stehen die Ausläufer der Mauer des städtischen Palastes. Alcazaba de Almería. So ein bisschen wie das Alhambra, nur kleiner und weniger gut erhalten. Das ist unser nächstes Ziel. Also den Berg auf der einen Seite runter, auf der anderen wieder rauf. Für Europäer ist der Eintritt übrigens kostenlos. Das ist wohl öfter in Spanien so. Ein schöner Gedanke, dass uns unser gemeinsames europäisches Erbe auch zugänglich sein sollte.
Der erste Blick im arabischen Palast fällt auf den Garten. Und was für einen. Verschiedenste Bäume, Sträucher andere Pflanzen. Eine grüne Wand. Auf den Granatapfelbäumen tummeln sich grüne Papageien, die sich an besagten Granatäpfeln gütlich tun und lustige Geräusche machen.
Der Wohnteil weiter oben ist bis auf einen kleinen Pool und die Zisterne leider zerstört. Anhand der Ruinen sind die luxuriösen Bäder nur noch zu erahnen.
Als die Sonne ihrem Höchststand immer näher kommt beschließen wir den Rückweg anzutreten. Selbst 10 Uhr morgens kommt man schon ordentlich ins schwitzen. Auf den exponierten Bergen merkt man erst so richtig, wie intensiv die Sonne brennt. Der Mittagshunger treibt uns zum Mercado Zentral neben unserer Unterkunft. Nachdem wir um die Stände herumgeschlichen sind trauen wir uns an einen heran. Queremos dos tomates, lechuga, un pepino, dos higos. Klappt alles auf Spanisch! Auch die Rückfragen verstehe ich ohne Probleme. Dann noch dos cientos grammos de las aceitunas an einem anderen Stand. Und ein Natta Dessert, dass mich schon die ganze Zeit angelacht hat. Kein Problem. Diese kleinen Momente sind mein Highlight. Neue Sprachen lernen ist cool, sie anzuwenden noch cooler.
Im supermercado holen wir noch eine Tortilla und machen im Hotel ein leckeres Mittag. Die Feigen sind fantastisch! Leider haben wir nicht mehr davon gekauft.
Nach einer kurzen Siesta treibt es uns wieder nach draußen. Auf dem Programm stehen noch das Cable Inglés und ein Strandbesuch.
Ersteres ist eine große Stahlkonstruktion, die von den Briten ab Anfang des 20. Jahrhunderts zum verladen von Erz genutzt wurde. Die Schienen für die Loren sind zwischen den Brettern noch zu sehen. Von hier oben kann man die zerklüftete Küste bewundern.
Auch den Strand entdecken wir von hier. Wir finden keinen feinen Sand vor, sondern kleinste rundgelutschte Steinchen. Ein schönes Laufgefühl und es klebt nicht überall.
Das Wasser wird schnell tief und ist wunderbar warm. Den Fehler mit offenen Augen zu tauchen habe ich schonmal vor vielen Jahren auf Sizilien gemacht. Das wiederhole ich nicht. Doof, wenn man sein ganzes Leben nur die Ostsee kannte :D.
Mit einer Taucherbrille hätte man schon in Strandnähe seine Freude. Viele kleine Fische schwimmen keinen Meter weit von uns herum. Durch die Oberfläche lassen sich die Farben und Muster nur erahnen.
Einen Besuch ist Almería auf jeden Fall wert. Klare Empfehlung. Viel weniger touristisch als z.B. Málaga. Bringt eine Taucherbrille mit!
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## Was Boote und Gabelstapler gemeinsam haben
Heute ist es endlich soweit. Wir können das Boot, eine Moody 39CC besuchen. Da wir im Vorhinein mit den Bussen durcheinander gekommen sind fahren wir per RideSharing zum nächst größeren Ort und dann mit dem Bus zum Hafen von Almerimar. Achtung: Ähnlicher Name, aber eine Stunde entfernt.
Das Highlight dieses Bootes ist für uns der E-Motor und Innenausbau. Es sieht aus, wie eine Ferienwohnung. Ich wünsche mir ganz doll sauber, autark, ohne viel Wartung und vor allem leise durch die Meere pflügen zu können. Leider sind E-Motoren auf Segelyachten noch nicht etabliert. Einige Firmen haben bereits spezielle Maritim-Motoren im Angebot, die sind aber noch entsprechend teuer. Wie auch bei Autos bekommt man noch keine vergleichbare Reichweite hin, brauchen wir in unserem Fall aber auch nicht. Schließlich ist es nur der Ersatzantrieb und man kann die Akkus unterwegs per Solar und Windenergie aufladen.
Wir setzen uns zusammen mit den jetzigen Eignern ins Cockpit und lernen uns etwas kennen. Die beiden sind zwei Mal über den Atlantik gefahren und nun am Ende des Geldes angekommen. Außerdem wirft ein Baby die Pläne zusätzlich um.
Der Innenausbau ist verdammt gut gemacht. Keine billige Folierung, wie befürchtet. Alles hochqualitativ furniert. Platz hat das Boot auch jede Menge und eine tolle Aufteilung. Lediglich der Gabelstapler-Motor, der als Antrieb fungiert, ist für das Bootsgewicht von 10 Tonnen unterdimensioniert. Nicht gut, wenn er eh schon zum Überhitzen neigt. Auch die Akkus haben eine zu geringe Kapazität, um Navigationsfehler zuverlässig ausgleichen zu können.
So schön das Boot auch ist, um an die Elektrik zu kommen, die eine Überholung nötig hätte, muss die tolle Fake-Leder Deckenverkleidung ausgebaut werden. Das sieht nach jede Menge aufwand aus. Das Rigg (Mast + Drahtseile) muss auch erneuert werden. Insgesamt kommen da noch einige Kosten zustande, was unser Budget beim Bootspreis von fast 60.000€ sprengt.
Hier zeigt sich, wie wichtig es ist die Boote genau anzugucken und zu überlegen, was man selbst braucht. Selbst bei ehrlichen Eignern steht nicht alles wichtige in den Anzeigen, sondern nur das, was als wichtig erachtet wird. Ein wichtiger Unterschied.
Gefüllt mit Eindrücken verlassen wir das Boot am frühen Nachmittag wieder. Es war eine sehr schöne Besichtigung. Sollte es das Boot nicht werden, dann wissen wir jetzt auf jeden Fall mit welchem Innenraum-Design wir uns wohlfühlen.
## Ein Ohr für Schweine
Auf dem Rückweg machen wir im lokalen Einkaufszentrum halt. In Ermangelung guter/günstiger Alternativen wird es wieder Gebäckstücke geben. Doch was entdecke ich da? Palmeras, Schweineohren! Die gibt es in Spanien fast überall und sie machen sie sehr gut. Der Zucker ist auf beiden Seiten karamellisiert. Nicht wie in Deutschland, wo es meist nur eine Seite ist. <br />
Immer wenn ich Schweineohren sehe muss ich an André denken, einen (ex)-Kollegen. Zusammen haben wir es oft nach der Mittagspause geschafft unserem inneren Schweineohrenhund nachzugeben. Du warst in Gedanken bei uns \<3.
Der Ausflug endet Nachmittags wieder im Hotelzimmer mit einem leckeren Abendessen. Am nächsten Morgen geht es nach Málaga. Die Flüge dort sind nämlich viel günstiger. Außer einem kalorienreichen Mittagessen im amerikanischen Frühstücksdiner ist dort aber nix passiert.
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**Das war die letzte Auslandsetappe. Wir freuen uns, dass die Reise langsam endet. Es ist anstrengend sich immer wieder auf komplett neue Umgebungen einzustellen. Auch das lange warten an Flughäfen brauche ich nicht. Marie, unsere Bootsberaterin, hat uns während wir in Bulgarien waren noch ein neues Boot geschickt. Ein großes Stahlboot ohne viele Informationen, aber in Travemünde. Das steht jetzt noch auf dem Plan. Dann geht's erst mal wieder Hause!**